Corona in Gefängnissen: Hoch ansteckend
In seiner Sendung vom 30.04.2020 geht das investigative Magazin Monitor der Covid-19-Situation in deutschen Gefängnissen auf die Spur. Zwei Angehörige von Strafgefangenen, die sich um die Gesundheit ihrer Ehemänner schildern ihre Lage. Auch die Gewerkschaft Bund der Strafvollzugsbediensteten prangert an, dass zu wenig Schutzausrüstung zur Verfügung steht. Und der ehemalige Leiter einer JVA fordert für alle Haftstrafen von unter einem Jahr den Vollzug zu unterbrechen.
Gefangenengewerkschaft fordert bundesweite Aussetzung der Ersatzfreiheitsstrafe und Aufhebung von Besuchsverboten in Haftanstalten
Die jungeWelt im Gespräch mit der Gefangenengewerkschaft / Bundesweiter Organisation (GG/BO).
Um die angespannte Situation in den Haftanstalten zu mindern, fordert die GG/BO, die sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe bundesweit auszusetzen. Beispielsweise für Menschen, die wegen nicht zurückgezahlter Schulden inhaftiert sind. Einige Bundesländer wie Berlin, Hamburg, Bremen und Sachsen sind zu dieser Regelung übergegangen. In Sachsen beziehe sich das aber nur auf »Neuaufnahmen«, sagte Herold. Bereits inhaftierte Schuldner blieben in Haft.
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Gefängnisaufstände in Italien
In fast 30 Haftanstalten in Italien ist es wegen der drohenden Masseninfektion mit Covid-19 zu Aufständen gekommen. Zahlreiche Gebäude wurden in Brand gesteckt. In Modena, das in der „Roten Zone“ Norditaliens liegt, kommt es zu einem Ausbruchversuch. Es sterben sechs Menschen.
Landesweit wurde das Besuchsrecht ausgesetzt. Die South China Morning Post zeigt Aufnahmen von den Protesten von Angehörigen und Freund*innen vor verschiedenen Haftanstalten.
